Krisenmanagement

In diesem Abschnitt zeigen wir Ihnen unterschiedliche Wege durch eine Krise.
Alles hängt natürlich vom derzeitigen Zustand Ihres Unternehmens ab.
Eine Analyse Ihrer jetzigen Situation ist für eine umfassende Hilfe unumgänglich.

Sanierungsbedürftigkeit und Sanierungsfähigkeit:

Die Sanierungsbedürftigkeit ist gegeben, wenn ein oder mehrere der folgenden Kriterien eingetreten sind oder einzutreten drohen:
- Wirtschaftliche Krise (starker Auftragsrückgang, Zahlungsverzug oder Zahlungsstockung, Ertragskrise)
- Zahlungsunfähigkeit (mangelnde Liquidität, hohe Debitorenverluste) droht
- Zahlungsunfähigkeit ist schon eingetreten
- Überschuldung ist bereits eingetreten.

Die Sanierungsfähigkeit sollte begutachtet werden durch:
- die Erstellung eines Finanzplanes,
- die Erstellung eines Liquiditätsplanes,
- Bewertung des Vermögens (persönliche Haftung),
- Interessenslage der beteiligten Personen/Institutionen,
- Erstellung einer Opfersymmetrie unter Mitarbeitern, Geschäftsleitung, Gesellschaftern, Banken, Behörden.

Die Sanierungsfähigkeit kann nur dann i.d.R. erfolgreich beurteilt werden, wenn die Gläubiger zu einem Teilverzicht ihrer Forderungen bereit sind. Diese Bereitschaft sollte durch das Sanierungskonzept eines externen Beraters untermauert werden.

Die Erfahrung zeigt, dass der Weg fast ausschliesslich mit externer Hilfe gelingen kann, da das vorhandene Management, auch mit entsprechenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, bereits einmal "gescheitert" ist.



Restrukturierung / Sanierung:

Nach Jahren erfolgreichen Wachstums entstehen in vielen Fällen neue, höhere (teurere) Bedürfnisse des Unternehmens und vor allem des Unternehmers. Entscheidungen werden oft ohne vernünftiges wirtschaftliches Konzept getroffen. Geld ist ja ausreichend vorhanden. Die Anschaffung einer neuen Maschine, die Erstellung von neuen exklusiven Gebäuden oder das unkontrollierte Personalwachstum können in wirtschaftlich mageren Zeiten einen permanenten Erfolgsdruck ausüben. Die Raten/Löhne müssen ja bezahlt werden.

Eine rechtzeitige Restrukturierung geschieht selten. Meist muss der Leidensdruck (letztenendes ausgelöst durch die Bank) gross genug sein, um endlich externe Hilfe ins Haus zu holen. Unsere fast 20-jährige Erfahrung bestätigt, dass erst kurz vor dem "es geht nicht mehr" der Berater hinzugezogen wird. In der Regel wird dann sogar erwartet, dass sich der Berater selbst finanziert.

Unsere Empfehlung ist:
Warten Sie nicht zu lange! Haben Sie rechtzeitig den Mut zur Selbstreflektion und Veränderung . Untrügliche Zeichen für den Beginn einer sich immer schneller drehenden negativen Spirale gibt es zuhauf. Warten Sie nicht, bis Sie keinen finanziellen Spielraum mehr haben.

Hier einige Beispiele:

- Der Ertrag wird trotz steigender Umsätze immer niedriger.
- Die Liquidität (KK-Linie) nimmt stetig ab.
- Sie haben von Ihrem Vermögen (i.d.R. die Lebensversicherung) erhebliche Beträge ins Unternehmen gepumpt.
- Die Unzufriedenheit im Unternehmen und bei Ihnen wächst.
- Der Umgangston wird rauer.
- Private Probleme entstehen.
- Es gibt faktisch keine Freizeit, geschweige denn Urlaub mehr.
- Die persönliche Arbeitsbelastung steigt ständig.

In unseren zahlreichen Vorträgen haben wir zur Entstehung von Krisen ausgiebig Stellung bezogen. Fordern Sie diesbezüglich Unterlagen per Mail an.

Insolvenz / Insolvenzplanverfahren:

Seit 1.1.1999 ist die Insolvenzordnung (InsO) in Kraft. An die Stelle der Konkursordnung (KO), der Vergleichsornung (VerglO) und der Gesamtvollstreckungsordung (GesO) ist das bundeseinheitliche Verfahren (InsO) getreten.

Es bietet neu die entgültige Schuldenbefreiung durch das Restschuldbefreiungsverfahren nach §§286ff InsO. Auch können Gläubiger die abweichende Form der Masseverwertung als Insolvenzplanverfahren verfolgen. Dieses Verfahren ist hinsichtlich des Ergebnisses und der Methode offen und bietet somit die Chance auf eine flexible und wirtschaftlich effektive Masseverwertung.

§1 Satz1 InsO
"Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt wird oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung, inbes. zum Erhalt des Unternehmens getroffen wird."

Wir wollen Ihnen dabei helfen, dass es nicht soweit kommt!

Dazu ist natürlich wichtig, Erkenntnisse aus der Insolvenzursachenforschung in die Unternehmensführung einfliessen zu lassen. Wichtige Gründe in einer Ursachen-Wirkungskette für eine Krisenentstehung sind:

- Fehlende Finanz- und Liquiditätsplanung
- fehlende Standortanalyse
- fehlende Kenntnis über die Kundenstruktur
- unvorteilhafte Finanzierung
- fehlendes Finanz-Reporting
(eine Ertragskrise wird erst in einer beginnenden Liquiditätskrise erkannt!)
- zu hohe Privatentnahmen (aufwendiger Lebensstil)
- Abschluss von sogen. "Steuersparmodellen" mit einer dauerhaft hohen finanziellen Belastung
(heute gilt Eigenkapitalbildung vor Steuern sparen!!!)
- Verschlechterung der Zahlungsmoral (Steigende KK-Linie wg hoher Aussenstände).

Voraussetzung für eine aussergerichtliche Sanierung ist das frühzeitige Erkennen der wirtschaftlichen Krise sowie der Einstieg in einen Sanierungsweg durch die rechtzeitige Prüfung der Sanierungsbedürftigkeit und Sanierungsfähigkeit.